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Wohnen ist ein Menschenrecht

Wohnen muss ins Grundgesetz!

Spekulation stoppen, Mieten deckeln!

Wohnungslosigkeit überwinden!

Wir fordern die Verankerung eines einklagbaren Rechts auf bezahlbaren Wohnraum in unserer Verfassung.

Schluss mit den Profiten auf Kosten der Mieter*innen. Wir brauchen einen bundesweiten Mietendeckel und das Verbot von spekulativem Leerstand.

Massive Investitionen in den kommunalen und sozialen Wohnungsbau statt Subventionen für private Investoren.

Sahra Mirow

Sprecherin für Soziales Wohnen und Kommunalpolitik
Die Linke im Bundestag

Mein vollständiges Statement

Eine sichere, bezahlbare Wohnung ist kein Luxus, sondern die Grundlage für ein selbstbestimmtes Leben. Sie schützt die Menschenwürde, schafft Sicherheit und Privatsphäre und ist Voraussetzung für Gesundheit, Bildung, Arbeit und gesellschaftliche Teilhabe. Die Realität ist bitter: Wer keine Wohnung hat oder ständig Angst vor der nächsten Mieterhöhung haben muss, wird mitten in unserer Gesellschaft sozial ausgegrenzt und kann viele grundlegende Rechte nur eingeschränkt wahrnehmen. Die Wohnungsfrage hat sich in Deutschland zu einer der größten sozialen Fragen unserer Zeit entwickelt. Steigende Mieten, fehlender bezahlbarer Wohnraum und eine wachsende Zahl von Zwangsräumungen führen dazu, dass immer mehr Menschen ihre Wohnung verlieren oder keine angemessene Wohnung finden. Nach Hochrechnungen der Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe waren im Jahr 2024 mehr als eine Million Menschen wohnungslos – ein deutlicher Anstieg gegenüber dem Vorjahr. Wir stellen klar: Wohnungslosigkeit ist kein individuelles Versagen, sondern Ausdruck einer eiskalten Wohnungspolitik, die den Wohnungsmarkt den Profitinteres sen von Immobilienkonzernen und Spekulanten überlassen hat. Dabei ist das Recht auf Wohnen längst in ternational anerkannt. Es ist in der Allgemeinen Erklärung der Menschenrechte, dem UN-Sozialpakt und der Europäischen Sozialcharta verankert. Deutschland hat sich mit der Ratifizierung des UN-Sozialpakts verpflichtet, dieses Recht zu achten, zu schützen und schrittweise zu verwirklichen. Dennoch fehlt bis heute eine ausdrückliche Verankerung des Rechts auf Wohnen im Grundgesetz. Zwar leitet das Bundesverfassungsgericht aus der Menschenwürde und dem Sozialstaatsprinzip staatliche Pflichten zur Sicherung eines menschenwürdigen Existenzminimums ab, ein einklagbarer Anspruch auf eine eigene Wohnung wird den Bürger*innen jedoch bis heute verwehrt. Die Folgen dieser Lücke sind gravierend. Menschen werden dauerhaft in Sammelunterkünften untergebracht oder verlieren ihre Wohnung, ohne dass ihnen angemessener Ersatz zur Verfügung steht. Besonders betroffen sind Menschen mit geringem Einkommen, wohnungslose Menschen, Alleinerziehende, Familien, Geflüchtete sowie andere benachteiligte Gruppen. Diese verfehlte Politik verschärft die soziale Spaltung, gefährdet die Entwicklung von Kindern und erhöht das Risiko von Ausgrenzung und Gewalt. Als Die Linke Familie stehen wir zusammen für die Sicherung des Rechts auf Wohnen. Seite an Seite mit der Zivilgesellschaft, Organisationen wie der Wohnungslosen_Stiftung, der Rosa-Luxemburg-Stiftung, der Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe, Caren Lay und weiteren Abgeordneten der Linksfraktion im Bundestag kämpfen wir für Wohnraum für alle.

Eine Unterkunft erfüllt das Recht auf Wohnen nicht!

Als Expertinnen mit eigener Wohnungslosigkeitserfahrung halten wir es für einen wich tigen Schritt, das bedingungslose Recht auf Wohnen im Grundgesetz zu verankern.
Menschenwürde ist nicht verhandelbar, und niemand muss sie sich verdienen.

Ein Bett allein ist kein Zuhause. Die aktuellen Unterkünfte für wohnungslose Menschen bieten keinen angemessenen Wohnraum für ein selbstbestimmtes und angstfreies Leben. Ein Bett allein kann Sicherheit, Privatsphäre und Selbstbestimmung nicht gewährleisten. Überfüllung, Krankheiten, fehlende Ruhe, Diebstahl, Kontrolle und soziale Ausgrenzung gehören dort zum Alltag vieler Menschen.

Besonders Kinder leiden unter unsicheren Wohnverhältnissen. Wohnungslosigkeit kann ihre Entwicklung und Gesundheit langfristig beeinträchtigen. Familien brauchen besonderen Schutz.

Das Recht auf Wohnen muss unterschiedliche Lebensentwürfe berücksichtigen. Neben Wohnungen können dazu auch alternative Wohnformen wie Wagenburgen oder Hausboote gehören. Entscheidend ist:

Jeder Mensch muss Zugang zu einem sicheren und angemessenen Wohnraum haben, ohne erst die „Wohnfähigkeit“ beweisen zu müssen.

Manja Starke

Projektleitung, Frauen*salon

Janita-Marja Juvonen

Autorin, Erfahrungsexpertin

Karen Vondrathen

Aktivistin, Netzwerkerin

Der Frauen*salon ist ein bundesweites Netzwerk von Frauen mit Wohnungslosigkeitserfahrung und ihren Unterstützer*innen.
Er ist Teil des Netzwerks wohnungslosigkeitserfahrener Menschen der Wohnungslosen_Stiftung

Caren Lay

Sprecherin für Mieten- und Wohnungspolitik der Linken im Bundestag

Mietschulden sind die häufigste Ursache für den Wohnungsverlust.

Die Mieten werden schneller angehoben als die Einkommen steigen. Viele Menschen geraten dadurch in Zahlungsschwierigkeiten. Häufig zahlen Ämter die Zuschüsse für die Kosten der Unterkunft oder das Wohngeld mit Verspätung aus. In beiden Fällen kommt es so zu Mietrückständen, die für die betroffenen Mieter*innen die fristlose Kündigung der Wohnung zur Folge haben können. Aus Sicht der Linken müssen Nachzahlungen von Mietschulden jede Kündigung rückgängig machen, und das nicht nur einmalig. Nach Kündigungen kommt es immer öfter auch zu Zwangsräumungen in die Wohnungslosigkeit. Die Zahl der aus ihren Woh nungen geräumten Haushalte ist 2025 auf über 32 000 gestiegen. Das ist nach 30.000 im Jahr 2024 ein Anstieg von 7 Prozent, wie aus meinen Anfragen hervorgeht. Fast 90 Haushalte werden täglich gegen ihren Willen geräumt. Die unsoziale Kürzungspolitik der Bundesregierung wird Wohnungsnot und Wohnungslosigkeit leider noch steigern. Es ist der falsche Weg, bei den Bedürftigen zu sparen! Keine Räumungen in die Wohnungslosigkeit! Wir sagen Wohnungsnot und Mietenexplosion den Kampf an. Wir wollen die Mieten deckeln und illegale Mieten sanktionieren, um die Belastung durch Wohnkosten einzudämmen. Außer dem wollen wir die weit verbreiteten Eigenedarfskündigungen streng einschränken. Caren Lay

Wohnkosten treiben
Armutszahlen in die Höhe.

Bernd Riexinger

Vorsitzender der Rosa-Luxemburg-Stiftung.

Die Beendigung von Wohnungslosigkeit erfordert einen Anspruch auf Wohnraum.