Wir fordern die Verankerung eines einklagbaren Rechts auf bezahlbaren Wohnraum in unserer Verfassung.
Wohnen ist ein Menschenrecht
Bezahlbare Wohnungen,
Schutz vor Verdrängung
und ein Zuhause für alle.
Wohnen muss ins Grundgesetz!
Spekulation stoppen, Mieten deckeln!
Wohnungslosigkeit überwinden!
Schluss mit den Profiten auf Kosten der Mieter*innen. Wir brauchen einen bundesweiten Mietendeckel und das Verbot von spekulativem Leerstand.
Massive Investitionen in den kommunalen und sozialen Wohnungsbau statt Subventionen für private Investoren.
Eine sichere, bezahlbare Wohnung ist kein Luxus, sondern die Grundlage für ein selbstbestimmtes Leben. Doch steigende Mieten und fehlender bezahlbarer Wohnraum bringen immer mehr Menschen in Wohnungsnot oder sogar um ihr Zuhause. Wohnungslosigkeit ist kein individuelles Versagen, sondern das Ergebnis politischer Entscheidungen. Deshalb kämpfen wir dafür, das Recht auf Wohnen endlich verbindlich zu machen – und für bezahlbaren Wohnraum für alle.
Sahra Mirow
Sprecherin für Soziales Wohnen und Kommunalpolitik
Die Linke im Bundestag
Mein vollständiges Statement
Eine Unterkunft erfüllt das Recht auf Wohnen nicht!
Als Expertinnen mit eigener Wohnungslosigkeitserfahrung halten wir es für einen wich tigen Schritt, das bedingungslose Recht auf Wohnen im Grundgesetz zu verankern.
Menschenwürde ist nicht verhandelbar, und niemand muss sie sich verdienen.
Ein Bett allein ist kein Zuhause. Die aktuellen Unterkünfte für wohnungslose Menschen bieten keinen angemessenen Wohnraum für ein selbstbestimmtes und angstfreies Leben. Ein Bett allein kann Sicherheit, Privatsphäre und Selbstbestimmung nicht gewährleisten. Überfüllung, Krankheiten, fehlende Ruhe, Diebstahl, Kontrolle und soziale Ausgrenzung gehören dort zum Alltag vieler Menschen.
Besonders Kinder leiden unter unsicheren Wohnverhältnissen. Wohnungslosigkeit kann ihre Entwicklung und Gesundheit langfristig beeinträchtigen. Familien brauchen besonderen Schutz.
Das Recht auf Wohnen muss unterschiedliche Lebensentwürfe berücksichtigen. Neben Wohnungen können dazu auch alternative Wohnformen wie Wagenburgen oder Hausboote gehören. Entscheidend ist:
Jeder Mensch muss Zugang zu einem sicheren und angemessenen Wohnraum haben, ohne erst die „Wohnfähigkeit“ beweisen zu müssen.
Manja Starke
Projektleitung, Frauen*salon
Janita-Marja Juvonen
Autorin, Erfahrungsexpertin
Karen Vondrathen
Aktivistin, Netzwerkerin
Der Frauen*salon ist ein bundesweites Netzwerk von Frauen mit Wohnungslosigkeitserfahrung und ihren Unterstützer*innen.
Er ist Teil des Netzwerks wohnungslosigkeitserfahrener Menschen der Wohnungslosen_Stiftung
Mietschulden sind die häufigste Ursache für Wohnungsverlust. 2025 wurden mehr als 32.000 Haushalte zwangsgeräumt – fast 90 jeden Tag.
Caren Lay
Sprecherin für Mieten- und Wohnungspolitik der Linken im Bundestag
Mietschulden sind die häufigste Ursache für den Wohnungsverlust.
Wohnkosten treiben
Armutszahlen in die Höhe.
Im Jahr 2025 ermittelte der Paritätische Wohlfahrtsverband in einer Studie, dass die Wohnkosten die Armutszahlen in Deutschland von 13 auf 18,4 Millionen Menschen in die Höhe treiben. 5,4 Millionen Menschen geraten allein durch die Wohnkosten unter die Armutsgrenze. Das sind erschreckende Zahlen. Dabei kann es nicht überraschen, dass gerade bei Menschen mit geringem Einkommen die Wohnkosten durch die Decke schießen. Wer unter 1.500 Euro Nettoeinkommen erhält, muss durchschnittlich 57,9 Prozent seines Einkommens für die Miete aufbringen. Das ist völlig unsozial und kommt einer Enteignung der Löhne gleich.
Die Wohnungspolitik der Regierung ist krachend gescheitert. Die Wohnungsnot ist in den letzten Jahren noch größer geworden, vor allem fehlt es an bezahlbarem Wohnraum. Die großen Ankündigungen von „Bauen, bauen, bauen“ oder „Die Bagger müssen rollen“ erweisen sich als Luftblasen. Die Baufertigungen sind rückläufig.
Investiert werden muss in den sozialen Wohnungsbau, und wir brauchen einen Mietendeckel. Wir dürfen uns nicht daran gewöhnen, dass die Mieterinnen und Mieter dafür da sind, das Vermögen der Eigentümer großer Wohnbestände zu erhöhen.
Bernd Riexinger
Vorsitzender der Rosa-Luxemburg-Stiftung.
Die Beendigung von Wohnungslosigkeit erfordert einen Anspruch auf Wohnraum.
Die Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe e.V. ist der Dachverband für soziale Dienste, Einrichtungen und Träger, die sich mit der Unterstützung wohnungsloser Menschen oder solcher in Wohnungsnot beschäftigen. Sie vertritt die Interessen der Träger der Wohnungslosenhilfe auf politischer und gesellschaftlicher Ebene.
Die Bundesarbeitsgemeinschaft Wohnungslosenhilfe e.V. (BAG W) setzt sich für die Beendigung von Wohnungslosigkeit ein.
Dies kann nur gelingen, wenn Menschen in Armut und Wohnungslosigkeit ihr Recht auf angemessenen und bezahlbaren Wohnraum tatsächlich verwirklichen können. Dafür braucht es ein Recht auf Wohnen, welches sich im Zweifelsfall auch vor Gericht durchsetzen lässt.
Schon heute könnte das Recht auf Wohnen häufig besser durchgesetzt werden, wenn es bei der Anwendung der geltenden Gesetze stärker berücksichtigt würde. Insgesamt zeigt sich aber immer wieder, dass das Recht auf Wohnen weder in den gesetzlichen Grundlagen noch in der praktischen Umsetzung die Bedeutung erhält, die es haben sollte. Daher hat die BAG W schon 1992 und erneut 2007 vorgeschlagen, das Recht auf Wohnen ins Grundgesetz aufzunehmen und fordert bis heute seine Garantie als Grundrecht.
Deutschland braucht ein verbindliches und einklagbares Recht auf Wohnen.
