Skip to main content
PressemitteilungSoziales Wohnen

Linke fordert bezahlbares Wohnen für Studierende

By 23. März 2026No Comments

Zu den Zahlen des Moses Mendelssohn Instituts zu steigenden Wohnkosten für Studierende erklären Nicole Gohlke, stellvertretende Vorsitzende und Sprecherin für Bildungspolitik der Fraktion Die Linke im Bundestag, und Sahra Mirow, Sprecherin der Fraktion für soziales Wohnen:

Sahra Mirow: „Die aktuellen Rekordmieten sind das bittere Ergebnis einer jahrzehntelangen verfehlten Wohnungspolitik. Angesichts dieser Entwicklung ist die Knappheit an bezahlbarem Wohnraum längst zu einer existenziellen Bedrohung geworden. Nur rund zehn Prozent aller Studierenden haben einen öffentlich geförderten Wohnheimplatz. Dieses massive Missverhältnis zwischen Bedarf und Angebot ist ein wohnungspolitisches Armutszeugnis für die Bundesregierung. Das Wohnungsangebot für Studierende darf nicht länger vom Markt oder von befristeten Programmen abhängig sein. Es muss dauerhaft gemeinnützig und staatlich gesichert werden. Die im Koalitionsvertrag versprochene ‚WG-Garantie‘ verkommt angesichts der Untätigkeit der Regierung zu einer reinen Luftnummer.“

Nicole Gohlke: „Die aktuelle Mietpreisentwicklung an Hochschulstandorten ist ein bildungspolitischer Offenbarungseid. Wenn in München 800 Euro und in Berlin 650 Euro für ein einfaches WG-Zimmer fällig werden, während die BAföG-Wohnpauschale bei lächerlichen 380 Euro stagniert, ist etwas gewaltig schief. Hier kann die Bundesregierung schwarz auf weiß nachlesen, weshalb auch die im Koalitionsvertrag versprochene BAföG-Reform völlig ungenügend sein wird. Die Bundesregierung schaut tatenlos zu, wie das Grundrecht auf Bildung den explodierenden Immobilienrenditen weicht. Wer keine wohlhabenden Eltern hat, wird aus den attraktiven Hochschulstandorten verdrängt oder muss sich in prekäre Arbeitsverhältnisse flüchten, die den Studienerfolg gefährden. Das BAföG braucht dringend einen regional gestaffelten Mietkostenzuschuss, der die tatsächlichen Verhältnisse vor Ort abbildet. Bildung ist ein Menschenrecht und keine Ware. Wir werden es nicht hinnehmen, dass der Wohnungsmarkt entscheidet, wer in diesem Land studieren darf und wer nicht.“